Stefan Blankertz
Für Freiheit, Herrschaftskritik und konsequentes Denken.
Die Texte und Publikationen von Stefan Blankertz beschäftigen sich mit Freiheit, Anarchismus, Ideologiekritik, Pädagogik und gesellschaftlicher Ordnung — jenseits gewohnter politischer Denkmuster.
ZUR PERSON
Skizze meiner politischen Biografie
Wie viele andere meiner Generation war ich in meiner Jugend von der antiautoritären Bewegung der Neuen Linken fasziniert. Die Strömung, zu der ich mich hingezogen fühlte, war der Anarchismus. Zwei meiner Lieblingsautoren, die beide eng mit der Gestalttherapie verbunden waren, waren Martin Buber, der deutsch-jüdische Philosoph, der das Konzept des Dialogs einführte, und Paul Goodman, ein anarchistischer Philosoph der Neuen Linken und Mitbegründer der Gestalttherapie. Übrigens war auch Paul Goodman jüdischer Herkunft. Kurz gesagt ist Anarchismus die Idee, dass die Gesellschaft durch selbstregulierte, freiwillige Vereinigungen organisiert werden kann und sollte, anstatt durch eine zentralisierte Gewalt.
In den 1970er Jahren erlebte ich, wie sich die antiautoritäre Flower-Power-Bewegung in Richtung Terrorismus und Maoismus verlagerte. Beide Entwicklungen beunruhigten mich. Der deutsche Maoismus erreichte Mitte der 1970er Jahre seinen Höhepunkt und brach bis zum Ende des Jahrzehnts zusammen. Der Terrorismus erreichte 1977 seinen Höhepunkt und hielt bis Mitte der 1980er Jahre an, wenn auch nicht mehr auf dem gleichen Aktivitätsniveau.
1980 verbrachte ich den Sommer in Kalifornien und stieß dort auf den Anarchokapitalismus und den Libertarismus. Libertarismus ist der umfassendere Begriff. Im Wesentlichen ist der Libertarismus ein Bündnis aus Anarchisten, klassischen Liberalen und amerikanischen Konservativen, die den Prinzipien der Gründerväter treu sind. Zusammen bilden klassische Liberale und Konservative das, was wir „Minarchisten“ nennen. Minarchisten sind der Ansicht, dass der Staat auf seine Kernfunktionen – die Gewährleistung von Recht und Ordnung – reduziert werden sollte. Mir wurde sofort klar, dass der Anarchokapitalismus die fehlende wirtschaftliche Grundlage des Anarchismus lieferte, da er zeigte, dass eine auf freiwilliger Zusammenarbeit basierende Wirtschaft einer autoritären, von einer Zentralgewalt kontrollierten Wirtschaft überlegen wäre. Soweit ich weiß, war ich der Erste, der die Begriffe „Anarchokapitalismus“ und „Libertarismus“ in Deutschland einführte.
1980 wurde die Partei der Grünen gegründet. Sie war ein Zusammenschluss der Überreste antiautoritärer, maoistischer und terroristischer Bewegungen sowie des Pazifismus und der Ökologiebewegung. Insbesondere die Ökologiebewegung hatte stark dezentralistische, wenn nicht gar anarchistische Implikationen. Damals bedeutete Ökologie die Selbstregulierung unabhängiger, aber aufeinander angewiesener Ökosysteme. Leider verwandelte die Ökologiebewegung dieses Konzept nach und nach in die Überzeugung, dass eine zentrale Gewalt alles regulieren könne und solle, um den Planeten zu retten.
Als die Grünen 1998 gemeinsam mit den Sozialdemokraten die Staatsgewalt übernahmen, habe ich sogar für die Grünen gestimmt. Ich erwartete nicht viel von ihnen, nur dass sie ihren pazifistischen Prinzipien treu bleiben und verhindern würden, dass Deutschland in einen Auslandskrieg verwickelt wird. Es geschah jedoch das Gegenteil, und der grüne Außenminister wurde zum ersten deutschen Kriegsherrn seit dem Zweiten Weltkrieg. Ich war zutiefst schockiert und werde unter keinen Umständen jemals wieder für irgendeine Partei stimmen. Es ist wahrscheinlich, dass die siegreiche Partei das Gegenteil von dem tut, wofür man gestimmt hat.
Gab es die Möglichkeit, in Deutschland eine ähnliche Koalition zu etablieren, wie sie die Grundlage des Libertarismus in den Vereinigten Staaten bildete? Die Situation war eine andere. Als der Libertarismus in den Vereinigten Staaten aufkam, bildete die Linke die Opposition gegen die herrschenden Mächte. Zu Beginn des neuen Jahrtausends hatte die Linke jedoch das Gefühl, die Macht in Händen zu halten und für immer behalten zu können. Sie glaubte, der Bevölkerung ihre Werte aufzwingen zu können – warum also sich um Freiheit kümmern? Unterdessen öffneten sich Konservative, die die Macht verloren hatten, libertären Ideen. Übrigens ist es nicht möglich, amerikanische Begriffe, die zur Beschreibung politischer Strömungen in den Vereinigten Staaten verwendet werden, auf Europa, insbesondere Deutschland, anzuwenden. In Deutschland bezieht „rechts“ sich traditionell auf Faschismus und „konservativ“ auf Monarchismus. Keiner dieser Begriffe trifft auf die amerikanische Situation zu.
Was heutzutage in den Vereinigten Staaten als „Rechtspopulismus“ bezeichnet wird, ist ein Verrat an den klassisch-liberalen und konservativen Wurzeln. Rechtspopulisten reagieren auf den Drang der Linken, der Bevölkerung ihre Werte aufzuzwingen, indem sie versuchen, ihr ebenfalls die eigenen Werte aufzuzwingen. Das Gleiche gilt für Europa, nur in noch stärkerem Maße. Auch hier sind Rechtspopulisten keine Erben der alten Rechten, sondern vielmehr Spiegelbilder der Linken.
Die politische Verortung von Murray Rothbard
Die politische Verortung der libertären Bewegung
Meine Darstellung des Anarchokapitalismus:
Anarchokapitalismus: Gegen Gewalt (Weiterleitung zur Seite der edition g.)
Meine Geschichte des Anarchismus:
Nur ein altmodisches Liebeslied? Glanz und Elend des klassischen Anarchismus (Weiterleitung zur Seite der edition g.)
Meine Geschichte der Gestalttherapie:
Leb in Gesellschaft, die deine ist: Wie die Gestalttherapie sich entwickelte zwischen Berlin und New York (Weiterleitung zur Seite der edition g.)
GESPRÄCHE & INTERVIEWS
Stefan Blankertz im Gespräch
In ausgewählten Gesprächen, Interviews und Vorträgen spricht Stefan Blankertz über Freiheit, Gesellschaft, Ideologiekritik, Anarchismus und politische Theorie. Die Videos geben einen direkten Einblick in seine Denkweise, seine Themen und die Hintergründe seiner Veröffentlichungen.
THEMENBEREICHE
Texte und Publikationen zu den zentralen Fragen von Freiheit, Herrschaft und gesellschaftlicher Ordnung
Libertarismus
Texte zu individueller Freiheit, Verantwortung und gesellschaftlicher Ordnung.
Totalitarismus
Analysen zu Macht, Herrschaft, Ideologie und kollektivistischen Denkweisen.
Anarchismus
Beiträge zu herrschaftskritischem Denken, Freiheit und gesellschaftlicher Selbstordnung.
Ludwig von Mises
Texte und Bezüge zur Österreichischen Schule und zur freiheitlichen Ökonomie.
Pinker vs. Anarchie
Auseinandersetzung mit der These von Steven Pinker, der meint, Tyrannei sei besser als die Anarchie.
Aktuelle Texte
Ausgewählte Beiträge zu Freiheit, Ideologiekritik und politischer Theorie.
Die Texte des Murray Rothbard Instituts verbinden aktuelle gesellschaftliche Fragen mit grundsätzlicher Kritik an Macht, Ideologie und Herrschaft. Sie laden dazu ein, politische Entwicklungen aus einer freiheitlichen Perspektive zu betrachten und vertraute Denkmuster kritisch zu prüfen.
Der Sozialismus, den Gustav Landauer und Martin Buber vertraten, war für die individuelle Freiheit und gegen die Intervention ….
Darum geht es: Um den klassischen Anarchismus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie in der Zeit bis zum Zweiten ….
Warum mit Verschwörungstheorien sich befassen? Sie sind Ideologie. Die politisch-wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Welt ….
Skizze einer quantitativen Analyse. Sofort sehen wir, dass die Legende, Rothbards »linke Phase« sei eine vorübergehend transitorische ….
FRAGEN & ANTWORTEN
Häufige Fragen zum Murray Rothbard Institut
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Das Murray Rothbard Institut veröffentlicht Texte und Publikationen zu Freiheit, Ideologiekritik, politischer Theorie und gesellschaftlicher Analyse. Im Mittelpunkt steht eine freiheitliche Perspektive auf Staat, Gesellschaft und Ideologie.
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Zu den zentralen Themen gehören Libertarismus, Anarchismus, Murray Rothbard, Ludwig von Mises, Totalitarismus, Schule, Gesellschaftskritik und Rezensionen.
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Wer ist Stefan Blankertz?
Stefan Blankertz ist Autor zahlreicher Texte und Publikationen zu Freiheit, Gesellschaft, Anarchismus, Pädagogik und Ideologiekritik. Weitere Informationen finden sich auf der Seite „Stefan Blankertz“.
Texte & Publikationen
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